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Über

Martin Millar stammt aus der Nähe von Glasgow und lebt seit den frühen Tagen des Punk, seit 1977, in London. In seinen surrealen Romanen scheint diese Bewegung nicht ganz spurlos vorübergegangen zu sein. Er kennt die Seite der Benachteiligten des (post) thatcheren Englands und baut diese (überzeichneten) Charaktere als Helden in seine Stadtromane ein. Eine gehörige Portion englischen Humors tut das ihre zum Lesevergnügen (vorausgesetzt natürlich, man mag englischen Humor ...)

P.S. Er empfängt und schreibt auch gerne E-Mails ...

Leseprobe

Aus: Milch, Speed & Alby Starvation

Ich stehe beim Konzert und unterhalte mich mit Fran und Julie, bis sie weggehen und sich mit jemand anderem unterhalten. Ich schaue ziellos umher und fühle mich etwas idiotisch, weil ich mitten im Raum allein stehe. Naja, der ganze Laden ist voll mit Leuten, und niemand kann auch nur ahnen, dass ich alleine hier bin, aber das Gefühl ist nun mal da; also versuche ich mich zur Wand durchzukämpfen, um mich dort bequem und sicher anlehnen zu können - allein zu sein ist halb so schlimm, wenn man erst einmal eine Wand hat, an die man sich lehnen kann. Gegenüber der Theke, wenn man zwei aneinander gestellte Kisten als Theke bezeichnen kann, finde ich einen Platz und versuche unauffällig, meinen Hals zu recken, um mein Spiegelbild zu betrachten. Es ist ziemlich dunkel, was mir zugute kommt, wenn ich denkte, dass ich wirklich schlimm aussehe. Der Stress, ein gesuchter Mann zu sein, zusätzlich zu all den Nachwirkungen meiner Krankheit, das alles hat mich entstellt. Obwohl ich in letzter Zeit etwas gesünder bin, hat die Milchkrankheit eine sehr ungesunde Hautfarbe hinterlassen, und das schreckliche Leid, das ich durchgemacht habe, hat mein jugendliches Aussehen völlig ruiniert. Nicht das Älterwerden ist schuld daran, sondern die Krankheit.

Während ich mich immer noch recke, um mein Aussehen zu kontrollieren, verschütte ich mein Getränk über die Person, die neben mir steht.

June fühlt sich nicht so schlecht bei diesem Konzert. Sie war noch nie bei so etwas. Als alleinstehende Frau muss sie laufend irgendwelche Blicke und Annäherungsversuche abwehren. Das macht sie, indem sie versucht, ihre Gedanken auf die Leichen der beiden Männer, die sie in den USA erschossen hat, zu konzentrieren, und dann dieses Bild auf jeden, der sie hoffnungsfroh ansieht, zu projizieren. Es scheint zu funktionieren. Und da sie im Notfall jeden zusammenschlagen könnte, der sie belästigt, ist sie nicht sonderlich beunruhigt.

Irgend jemand steht neben ihr an der Wand, aber er belästigt sie nicht. Wahrscheinlich ist er zu beschäftigt damit, sein Spiegelbild zu betrachten, um sie zu bemerken. Aber ohne erkennbaren Grund, es sei denn aus Dummheit, verschüttet er seinen Drink über sie.

June ist verärgert darüber, dass Bier an ihrem Bein herunterläuft.

"Du Kretin", sagt sie. "Was soll das?"

Es scheint ihm wirklich leid zu tun, und tatsächlich zuckt er vor ihr zusammen, seine merkwürdige Hautfarbe wird bleicher, er entschuldigt sich wortreich und bietet ihr an, ihr einen neuen Drink zu kaufen, bevor ihm einfällt, dass er ja seinen eigenen verschüttet hat.

"Ein Idiot", denkt sie.


 

Werke

In der folgenden Tabelle sind - sofern vorhanden - die deutschen Übersetzungen der Bücher aufgeführt:

Titel

Vertrieb

Bestellnummer

Bemerkung
Milch, Speed und Alby Starvation   Alby Starvation ist ein Junkie, welcher eine Allergie gegen Milch hat. So wird er ausser von der Polizei auch noch von einer Profikillerin (im Auftrag einer Molkerei natürlich) durch London gejagt.

Die Elfen von New York
 
Einige heimatlose Elfen treffen sich in Irland. Der Grund für ihre Heimatlosigkeit ist vielfältig; Während die zwei Kinder eines Elfenkönigs aus Cornwall vor der Herrschsucht ihres Vaters geflohen sind, wurden zwei schottische Feen verstossen, da sie sich schlicht und einfach nicht feenhaft benommen haben (ausser dass die beiden recht streitsüchtig sind wollten sie eine Elfenpunkband gründen und zerstörten beim Uebernachten in einer fremden Burg ein Erbstück eines anderen Clans ...). Nach einem Trinkgelage schlafen die Elfen auf einer Bierkiste ein und erwachen ... in New York. Ein Pflaster, auf welchem gerade die beiden
Schottinen voll in ihrem Element sind.

Träume, Sex und
Stagediving
  Elfish hat nur einen Wunsch. Sie möchte den Bandnamen Queen Mab für sich, bevor ihr Exfreund seiner Band diesen Namen geben kann. Sie hat jedoch einige kleine Handicaps: Aufgrund ihrer Art ist sie - gelinde gesagt - nicht gerade beliebt. Zudem kennt ihr Exfreund
natürlich ihre Schwächen und nutzt diese aus. Elfish baut ein Lügengebilde auf, um ihr Ziel zu erreichen. Es kommt zu einem grossen Showdown...

 


 

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08.02.2005 3:24